Schulgottesdienst am 30. März 2012: Kaiphas - einer für alle

„Bist du Christus, Gottes Sohn?“, fragt der Hohenpriester Kaiphas den Angeklagten Jesus von Nazareth. Große Spannung liegt in der Luft. Die Gottesdienstbesucher halten den Atem an. Sie haben sich zum Schulgottesdienst der Grundschule Eschelbach in der evangelischen Kirche eingefunden. Alle lauschen aufmerksam dem biblischen Theaterstück „Kaiphas- einer für alle“, das Rektorin Esther Richter mit den Kindern der Schulgottesdienst- AG geschrieben und einstudiert hat.

Nach einem langen Moment des Schweigens hört man die klare Stimme Jesu, gespielt von Lara Schmetzer: „Ja, ich bin es.“ Empört erhebt sich Kaiphas (Sarah Emuebie) von seinem Stuhl und zerreißt sein schönes Gewand. Die umstehenden Mitglieder des Hohen Rats sind entsetzt. Sie beschließen: Jesus muss sterben, das ist für alle das beste. Er wird von Soldaten (Julia Kröller und Jonathan Banke) abgeführt. Julia Krüger liest die erzählenden Zwischentexte. Jesus war mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane gewesen. Dort haben ihn die Soldaten aufgespürt, weil Judas (Beatrice Matzker) ihn verraten hatte. Dramatische Szenen folgen. Ein Jünger (Denis Göbel) zieht sein Schwert und haut einem Diener von Kaiphas (Carina Hohlweck) das rechte Ohr ab. Doch Jesus weist ihn in die Schranken. Nach einem Zwischenverhör beim Schwiegervater von Kaiphas (Janane Atchuthan) bringen die Soldaten Jesus zu dem Mann, der nur das beste für sein Volk wollte. „Besser einer stirbt für das Volk, als dass wir alle umkommen“, lässt er die anderen Mitglieder des Hohen Rats wissen. Er hat Angst vor der römischen Macht, die einen Aufruhr der Juden blutig niederschlagen könnte. Aber letztlich wird auch damit Gottes Plan erfüllt. Jesus muss für die Schuld aller Menschen sterben und den Weg zu Gott frei machen. Erzählerin Julia Krüger bannt die Zuhörer bis zum Ende des Stücks.

Bis auf den Segen, den Dekan Thomas Hafner der Gemeinde zuspricht, gestalteten die Kinder selbständig und souverän den Passionsgottesdienst. Passend zum Gewand des Hohenpriesters mit quadratischer, edelsteinbesetzter Tasche auf der Brust erhalten die Besucher am Ausgang eine quadratische Schokoladentafel.

Am Ende des bedeutungsschweren Passionsgottesdienstes mit seiner dichten Thematik stand damit ein fröhlicher Ausblick auf das Osterfest.

Text: Esther Richter
Bericht RNZ + BAZ



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